Die Ausstellung „FOTOGRAFIE. Wolfgang Schulz und die Fotoszene um 1980“ ging am 11. Oktober 2020 in Berlin im Museum für Fotografie zu Ende. Die gesamte Laufzeit begann am 16.7.2020 und wurde aufgrund von der Corona Pandemie vorab verschoben.

Museum für Fotografie, September 2020
Ausgaben der Zeitschrift „FOTOGRAFIE. Zeitschrift internationaler Fotokunst“

Die Thematik der Ausstellung, die auch schon 2019 im Hamburger Museum für Kunst und Gewerbe zu sehen war, stellt das Magazin „Fotografie. Zeitschrift internationaler Fotokunst“ und seinen Herausgeber Wolfgang Schulz in den Mittelpunkt. Zudem werden in der Zeitschrift veröffentlichte Fotograf*innen gezeigt, die zum damaligen Zeitpunkt rund um die 1980er Jahre noch unbekannt waren. Einige davon sind heute bekannte Fotograf*innen. Darunter ist beispielsweise auch Miron Zownir, dem eine komplette Ausgabe der Zeitschrift gewidmet wurde.

Die 80er Jahre sind fotohistorisch als eine bedeutsame Zeit des Umbruchs in der Geschichte der westdeutschen Fotografie zu sehen. Damit stellt das Magazin, das mit 40 Ausgaben einherkommt, ein wichtiges Material dar, anhand dessen man die Zeit der westdeutschen Fotografie einordnen kann. Denn um 1980 bekam die Fotografie einen neuen Stellenwert im Kunstbetrieb, wobei diese Zeit von neuen fotografischen Herangehensweisen geprägt war und ein aufkommendes Interesse von Museen für das Medium Fotografie aufloderte. Auch wurden erste Fotogalerien gegründet, sowie Fotografie Zeitschriften.

Selbstportrait von Wolfgang Schulz, Göttingen, um 1980

Das Magazin von Wolfgang Schulz „Fotografie. Zeitschrift internationaler Fotokunst“, später mit dem Titel „Fotografie: Kultur jetzt“ wurde von 1977 bis 1985 veröffentlicht. Merkmale des Magazins waren eindeutig provokative und gesellschaftskritische Thematiken. Ein damals umstrittenes Blatt, in dem mit Bild und Text das gesagt werden konnte, was sich sonst wo keiner traute auszusprechen. Als lebendiges Forum strömte es gegen den Kunstkommerz, denn Werbung war darin bewusst nicht enthalten.

Miron Zownirs Fotografien

Als Redakteur und Fotograf versuchte sich Wolfgang Schulz festgeschriebenen Normen zu entziehen und brachte mit der Zeitschrift ein Werk zustande, das unterschiedliche Stile von Fotografie und Texten zeigte. Durch die Zeitschriftausgaben hindurch veröffentlichte Wolfgang Schulz auch wenige Male seine eigenen Fotografien und Texte, allerdings meist unter einem Pseudonym.

Nach Wolfgangs Tod im Juli 2020 steht nun mit Abschluss der Ausstellung eine berechtigte Würdigung des Herausgebers, Redakteurs und Fotografen der Zeitschrift dar, die 2021 in erweiterter Form nach Konstanz geht. Dazu folgen weitere Informationen auf dieser Website.

Kuratiert wurde die Ausstellung von Reinhard Matz, Steffen Siegel und Bernd Stiegler in Zusammenarbeit mit Esther Ruelfs.

Text und Fotos: Janka Palinkas

Quellen:

Museum für Fotografie (2020). FOTOGRAFIE. Wolfgang Schulz und die Fotoszene um 1980. Abgerufen von: https://www.smb.museum/ausstellungen/detail/fotografie/

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